Monte Baldo – das Bergmassiv am Gardasee

2

Monte Baldo – das Bergmassiv am Gardasee

Er ist mehr als nur ein Berg, der Monte Baldo (Cima di Valdritta, 2218 m), ein Gebirge, fast 20 Kilometer lang und über 2000 Meter hoch. Vom Westufer des Gardasees aus erscheint er als geschlossene Bergfront, kein Tal zerschneidet die Mauer. Und die steigtvom Ufer direkt bis in alpine Höhen. Das macht den »Hortus italiae« so einzigartig, zu einem Biotop von europäischer Bedeutung. An seinen seeseiligen Hängen finden sich alle Vegetationsstufen von der fast exotisch anmutenden Parkflora über die immergrünen Steineichengehölze bis zu den alpinen Rasen- und Geröllfluren. Olivenhaine säumen die Siedlungen, beim Höher-steigen stößt man auf die Edelkastanie, auf Flaumeichen und Hopfenbuchen. Im Unterholz steht :er duftende Diptam; auf Trockenböden blühen im Frühlingzahlreiche Orchideen. Die Buche dominiert den Bergwald, durchsetzt mit Fichten- und Tannenbeständen; darüber folgt ein mächtiger Krummholzgürtel aus Legföhren. Und dann die Bergwiesen! Ihnen vor allem verdankt der Monte Baldo seinen Ruf als »giardino botanico«; da der mächtige Bergrücken während der Eiszeiten nicht unter dem alles erstickenden kalten Panzer lag, konnten hier viele Pflanzen überleben.

Video Monte Baldo

Bilder Monte Baldo

90%
90%
Bewertung

Für Botaniker ist die Vegetation am geschützten Osthang des Monte Baldo eine Fundgrube von Arten. Etliche Pflanzenarten kommen in Europa nur hier vor, sind also endemisch, wie z.B. die Monte-Baldo-Segge. Das liegt daran, dass der Monte Baldo ein Nunatak ist, also ein Berg, der durch die Eiszeiten hindurch immer aus der Eisdecke herausragte. Er war damit Rückzugsort für Pflanzen und Tiere, die dort als Relikte bis heute überleben konnten oder infolge der Isolation neue Arten bildeten.

    War der Artikel hilfreich?
  • Bewertungen (9 Stimmen)
    8.4
Weitersagen: